Bild & Icon: Filmkommunikation - Anspruchsvolles Kino in Thüringen

Katalogeintrag

Technische Infos

Medium: VHS

Spielfilm

BRD, 1988

Freigabe: FSK ab 12 Jahren

Filmlänge: 96 Minuten

Keywords: Migration, Ehe, Gewalt, Justiz

Filmkatalog

Leihanfrage

Leihbedingungen

Abschied vom falschen Paradies

Produktion

Ottokar Runze Filmproduktion, ZDF

Produzent

Ottokar Runze

Regie

Tefvik Baser

Drehbuch

Tefvik Baser, Cornelius Bischoff, Sybille Schönemann, nach dem Roman "Frauen die sterben, ohne gelebt zu haben" von Salina Schephard

Kamera

Izzet Akay

Schnitt

Renate Merck

Musik

Klaus Bantzer

Darsteller

Zuhal Olcay, Brigitte Janner, Ruth Olafsdottir, Barbara Morawiecz, Ayse Altan, Serpil Inanc, Karin Klugmann, Erika Fuhrmann, Petra Barthel, Brigitte Böttrich, Eva-Maria Kurz, Tatjana Clasing, Angelika Röders, Celik Bilge, Erdogan Cinar, Annemarie Assmann, Andrea Lienau

"Elif, eine junge, in Deutschland lebende Türkin, hat ihren despotischen Ehemann erschlagen und wird zu sechs Jahren Haft verurteilt. Auf sich allein gestellt, ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können, muß sie sich an die völlig veränderten Lebensumstände im Frauengefängnis gewöhnen. Erstmals von den orthodoxen Moralbegriffen ihrer Erziehung gelöst, beginnt sie langsam, Deutsch zu lernen und nimmt auch deutsche Verhaltensweisen an. Allmählich entwickelt Elif eine eigene Identität und trifft zum ersten Mal in ihrem Leben eigene Entscheidungen. Sie knüpft Freundschaften mit ihren Zellennachbarinnen, und nach einer Weile kommt es sogar zu einem schüchternen Flirt mit einem Landsmann aus dem Männertrakt. Doch Elifs neues Selbstbewußtsein wird von Familienangehörigen argwöhnisch beobachtet. Auch ihre Pläne, nach der verbüßten Strafe ein eigenes Leben mit ihren Kindern in Deutschland aufzubauen, stoßen auf Ablehnung. Doch dazu soll es auch erst gar nicht kommen: Das Ausländergesetz besagt, daß Kriminelle in ihre Heimat abgeschoben werden müssen." (Abschied von falschen Paradies. - In: Film-Atlas / Hrsg. Atlas Film + AV. - Duisburg: Atlas Film + AV, 1995)

Erster Preis des 17. Straßburger Filmfestivals (Preisverleihung durch das Menschenrechtsinstitut der Elsässischen Hauptstadt)

Kritik:
"Baser, eher ein lyrischer Regisseur, ein Beobachter innerer Regungen, weit mehr denn ein Erzähler dramatischer Geschehnisse, kreuzt die Entwicklungslinien seines Films zu einem ausweglos erscheinenden Dilemma. Es hat durch das Thema Abschiebung ganz aktuelle, politische Kontur. Plötzlich erscheint das Gefängnis als Schutzraum, die Freiheit als Falle - weil sie nur bedingungsweise gewährt, weil sie hier und unter uns gar nicht eingeräumt werden soll. Die Beschäftigung mit Basers Film könnte uns ein wenig an unserer Unwissenheit und Ignoranz, an unseren Halbherzigkeiten und Inkonsequenzen irre werden lassen." (epd Film, 5 / 1989)

"... Kammersiel, das die Gefängnissituation modellhaft überhöht, um den paradoxen Befreiungsprozeß augenfällig zu machen. Der beeindruckend gespielte Film ist ein anrührendes Plädoyer für Integration und Verständigung, gegen Ausländerhaß und Vorurteile. ..." (Lexikon des Internationalen Films)

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